Das Parkinsonīsche Gesetz der Bürokratie

Das Parkinsonīsche Gesetz, ein Gesetz des Wachstums, analysiert die Bürokratie
Sein Schöpfer, Cyril Northcote Parkinson, war in der Kolonialverwaltung Asiens tätig und machte zwei Triebkräfte in der Verwaltung aus.
1. Jeder Beamte oder Angestellte wünscht die Zahl seiner Untergebenen, nicht aber die Zahl seiner Rivalen zu vergrößern.
2. Beamte oder Angestellte schaffen sich gegenseitig Arbeit.

Sein Beispiel: Der Beamte A spürt, dass er überarbeitet ist und hat drei Alternativen:
  1. Er kann nun erstens um seine Entlassung bitten
  2. Er bittet darum die Arbeit mit Kollegen B teilen zu dürfen
  3. Er bittet um zwei Unterbeamte, C und D

Naturgemäß entscheidet sich A für zwei Unterbeamte. So zieht er sich keine Konkurrenz für seine Nachfolge auf den Chefsessel heran, was der Fall wäre, wenn er einen gleichrangigen Kollegen akzeptierte, sondern er stärkt seine Stellung im Amt. Beschwert sich eines Tages C über zuviel Arbeit, wofür A durchaus Verständnis hat, müssen sowohl C als auch der gleichgestellte D je zwei Hilfskräfte bekommen, schon damit keine Feindschaft im Büro entsteht. Nun tun 7 Beamte das, was zuvor einer alleine tat und A kann fast sicher sein, dass er demnächst befördert wird.

Hier zeigt sich Triebkraft Nr. 2 des Parkinsonīschen Gesetzes.
Die Arbeit wird nicht weniger. Ganz im Gegenteil! Jedes eingehende Aktenstück muss nun alle 7 Schreibtische passieren - etwa so: E erhält die Akte zuerst und entscheidet, dass F sie bearbeiten muss, der leitet sie an den Vorgesetzten C weiter. C setzt sich mit D in Verbindung, der die Sache vom Gehilfen G bearbeiten lässt. G aber geht gerade in Urlaub, gibt den Akt an H weiter, der ein Expose von D abzeichnen lässt, worauf der Vorgang an C zurückgeht, der ihn nochmals redigiert und A die endgültige Fassung vorlegt. Der könnte einfach abzeichnen, liest aber gewissenhaft, streicht die Zusätze der beiden Umstandskramer C und H und reduziert das Schreiben auf den Entwurf, den F gleich zu Beginn des Vorgangs geliefert hatte, nicht ohne allerdings ein wenig an der Grammatik zu feilen. Am Schluss steht dann ein Brief, den A geschrieben haben würde, wenn es die Beamten C bis H gar nicht gäbe.
Daraus folgerte Parkinson die Zahl der Beamten steht in keiner Beziehung zur Menge der vorhandenen Arbeit.
Und weil das Parkinsonīsche Gesetz ein Wachstumsgesetz ist, folgt daraus weiter: die Beamtenzahlen steigen, gleich, ob die Arbeit zunimmt, abnimmt oder ganz verschwindet.

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